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Wenn der Cybermob sich zusammen rottet...

 

 

 

 

 

 

Internet-Foren gibt es zu allen möglichen Themen. Sie sind weit verbreitet und machen grundsätzlich durchaus Sinn - schließlich geht man eigentlich davon aus, dort Gleichgesinnte zu treffen, mit denen man via Internet über sein Lieblingsthema „sprechen“, Erfahrungen austauschen und auch diskutieren kann. Egal, ob man nun Kaninchen züchtet, einen Ford Mondeo fährt, Mallorca-Fan, Bergsteiger oder eben Musiker ist – für alles und jeden gibt es ein Forum, und das ist – wie gesagt – in seinem ursprünglichen Sinne auch gut so.

 

Beobachtet man jedoch, was in vielen Foren mittlerweile wirklich abgeht, muss man leider feststellen, dass sich hier oft wahre Abgründe auftun. Foren sind längst ein Spielplatz frustrierter Typen geworden, die ihre Zeit, von der sie anscheinend reichlich über haben, damit verbringen, eine Diskussionskultur erst gar nicht aufkommen zu lassen und lieber eigene Stimmungen zu verbreiten, die von dümmlichen Verleumdungen und ungezügelten Aggressionen bis hin zu gezielter „Niedermache“ gehen.

 

Mir als HERSTELLER, dessen Produkte manchmal auch im Mittelpunkt solcher Kampagnen stehen, bleibt dabei jedoch nichts anderes übrig, als diesem Treiben machtlos zuzuschauen und zu hoffen, dass sich die Aufregung bald wieder legt. Diesem verbalen Hauen und Stechen diverser missgünstiger Wadenbeißer wird durch die Foren meiner Ansicht nach viel zu viel Raum gegeben – und den Angegriffenen viel zu wenig Möglichkeiten, sich gegen Anschuldigungen zu wehren. Natürlich macht es keinen Sinn, sich in einem Forum direkt mit den Angreifern auseinander zu setzen – dann steht einer gegen viele und Wort gegen Wort, und da keiner weiß, mit wem man es eigentlich zu tun hat, bleibt das ganze ohne Konsens im Cyber-Raum dann einfach stehen. Über allem schwebt das dunkle Schwert der Anonymität, das anscheinend so reizvoll für manchen unserer Mitbürger ist, dass er darüber jeden Anstand und Sachverstand vergisst und sich bewusst dem verbalen Blutrausch hingibt.

 

Ein Forum ist oft wie früher die Peep-Show, in die man sich verstohlen und mit Sonnenbrille und Hut verkleidet einschlich, sich kurz entlud und dann wieder genauso heimlich um die Ecke verduftete. Genauso verstohlen würden viele, die mit einem Nickname „verkleidet“ sich in Foren herum treiben, den Schwanz einkneifen und sich verdünnisieren, wenn man sich Auge in Auge in der Realität gegenüberstehen und sich die Meinung sagen müsste. In Foren gibt es zudem so viele Experten, dass es geradezu phänomenal ist, wer alles mitreden kann; außerdem weiß es jeder besser als der andere ... und wie schön, dass ein Angeschuldigter sich nicht wehren kann, denn der ist weit weg, und wehe, er rührt sich ... die Messer sind schon gewetzt!

 
So ist die Gefahr groß, das Foren zu einer Sammelstelle von Dümmlichkeiten, von provokativ heraus posauntem Halbwissen und im Extremfall von gezielten Mobbing-Attacken verkommen. Ist einmal der Anfang gemacht, breitet sich Cyber-Mobbing wie ein wucherndes Krebsgeschwür aus, der Themenbaum wächst und wächst, parallel dazu sinkt das Niveau der Beiträge ins Bodenlose. Wehe, man ist ins Fadenkreuz der Forumjünger geraten. Doch wie gerät man in dieses Fadenkreuz? Vielleicht, weil man einmal jemandem seine Meinung gesagt hat? Vielleicht, weil man ein Produkt auf dem Markt hat, das einem anderen Hersteller nicht schmeckt? Vielleicht, weil jemand morgens statt mit dem rechten mit dem linken Bein aufgestanden ist? Alles gute Gründe, um mal eben per Forumbeitrag Frust abzulassen. Dass über eine öffentliche Plattform, die solch ein Forum darstellt, Meinung gemacht werden kann, ist sicherlich dem einen nicht bewusst, während es dem anderen vielleicht gerade recht ist, um eben ganz gezielt Meinungsmache zu betreiben.

 

Längst setzen viele HERSTELLER und VERTRIEBE in der Musik-, HiFi- aber auch in der Musikinstrumenten-Industrie Praktikanten oder Freelancer ein, die sich eben um die bewusste Meinungsmache in Foren kümmern. Diese Form der Werbung kostet nichts, ist dank der Anonymität nicht als gezielte Werbemaßnahme ersichtlich, sondern erscheint in einem Forum erst einmal als seriöser Diskussions-Beitrag, der dann meist gründlich diskutiert und kommentiert wird. Und damit Öffentlichkeit herstellt.

Ich habe, wie oben schon gesagt, nichts grundsätzlich gegen Foren, denn wenn sie ernsthaft genutzt werden, können sie durchaus bereichernd sein – wie jede Diskussion mit Gleichgesinnten über das gemeinsame Lieblingsthema.


Ich wünsche mir jedoch, dass die negativen Auswüchse dieser Foren verschwinden, dass man an Foren nur noch mit der wahren Identität teilnehmen kann und dass Foren von ihren Betreibern viel intensiver moderiert und überwacht werden. Letztendlich wäre das Letztgenannte sogar zu ihrem eigenen Nutzen, denn finden strafbare Aktionen in ihrem Forum statt, können die Forumsbetreiber vom Opfer dieser Cyber-Attacken strafrechtlich belangt werden.